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Marrakesch

Marokko

exotisch und traditionell

Marokko, Marrakesch Wieder hat die Buschtrommel für die Safranernte bestens funktioniert, strahlt Christine Ferrari.

Dazu hat sie Fatima im Nachbardorf angerufen, und dreißig Berberinnen stehen seit den letzten Tagen auf ihrer zwei Hektar großen Safran-Plantage und pflücken in mühevoller Arbeit in den MarokkoMorgen- und Abendstunden vom Boden die schönen violetten Blüten. In kleinen Körben gesammelt, werden sie dann auf Tische gelegt und jede Pflückerin zupft die drei wertvollen roten Stängel mit den winzigen Kelchen aus der Safran-Pflanze und legt sie sorgsam in ein kleines Schälchen.

Dabei bin ich erst vor einigen Tagen aus dem heimischen Schmuddelwetter hier in Marrakesch bei wohligen 20 Grad gelandet. Habe mich von Mbarek Biroukane in der fast tausend Jahre alten magischen Stadt aus Tausend und einer Nacht durch die pulsierende Medina mit den Marokko, MarrakeschVierteln der Gerber, Kunstschmiede, Schuhmacher und Wollfärber führen lassen. Und auf dem pulsierenden, legendären Henkersplatz „Djemaa el Fna“ habe ich mir den Weg durch die Menge von Kapuzen tragenden Männern, jungen Damen in Miniröcken und verschleierten Frauen zu Gauklern, Musikern und Schlangenbeschwörern gebahnt.

Aber jetzt hier, eine Autostunde von Marrakesch auf dem Weg hin zum Hohen Atlas im „Le Paradis du Safran“ bei Christine Ferrari tickt die Uhr anders. Da sitzen die Berberinnen an großen Tischen, zupfen fleißig die kostbaren Safran-Stängel aus den Blüten, die sie vorher gepflückt haben und singen im Chor das Lied von zwei Bienen in ihrer Sprache der Taschelhit. Wie die eine Biene ihre Freundin fragt, wo sie denn die schöne Blume gesehen hat. Du bist gerade an ihr vorbei geflogen. Komm, ich zeige sie Dir, übersetzt der Bergführer Abdelkrim Bouatra seinem lauschenden Gast, der für diesen Tag zu der Bergtour „Drei Täler im Marokko, SafranernteAtlasgebirge“ gebucht ist. 600.000 Knollen, so Christine Ferrari - die ihren stressigen Job in der Schweizer Stadt Basel vor zweieinhalb Jahren aufgegeben und hier einen zwei Hektar großen Grund für den biologischen Anbau gepachtet hat - müssen jetzt in Kürze von der roten lehmhaltigen Erde gepflückt werden. Und den Ertrag schätzt sie in diesem Jahr nach der Trocknung auf 3 bis 5 Kilogramm. Wobei 200 Blüten für 1 Gramm benötigt werden.

Safran, so erfahre ich, muss wie guter Wein etwa drei Monate gelagert werden, damit er das richtige Aroma bekommt. Und wie ich mir dann eine dieser winzigen roten Safranfäden genauer anschaue, da reicht man mir eine Lupe und weist auf den trompetenförmigen Kelch hin. „Nur an diesem Kelch,“ erklärt Christine mit ernstem Blick, „erkennt man, ob es sich um echten Safran handelt, denn 90 Prozent des angebotenen Safrans auf dem Weltmarkt sind gefälscht.“

MarokkoBevor dann die Tagestour in den Hohen Atlas fortsetzt wird, bekomme ich noch frisch zubereitetes Brot aus einem dampfenden Steinofen. Dazu reicht man frisch aufgebrühten Tee mit vier verschiedenen Sorten Minze, Geranien, Salbei und – natürlich ein klein wenig Safran.

Aus den engen Gassen der kleinen Dörfer hinaus zur Hauptstraße ist es noch recht eng und holprig. Doch dann geht es gut voran. Und während der Fahrt erzählt Abdelkrim Bouatra, dass das Atlasgebirge mit seiner Ausdehnung von 2300 Kilometern ein Faltengebirge im Nordwesten Afrikas ist und aus zwei Gebirgsketten besteht. Wie er dann mit seinem Zeigefinger am ausgestreckten Arm auf den höchsten Berg Marokkos, den 4167 Meter hohen Koubtal - der Marokko, Hoher Atlasschneebedeckt zum Greifen nahe ist – zeigt und erwähnt, dass sich dort ein Skilift made in Germany befindet, will ich von einem Skigebiet nichts wissen. Kälte habe ich zu Hause genug. Lieber hängen meine Augen an den vielen kleinen Bergdörfern, die nur über unbefestigte Wege inmitten von Steinwüsten erreichbar sind. Aber auch beeindruckende Landschaften in fruchtbaren Tälern und spektakuläre Ausblicke würzen den Besuch. Dabei hat in einem dieser kleinen unscheinbaren Bergdörfer die Berberdynastie der Almoraviden die Stadt Marrakesch gegründet.

Marokko, Hoher AtlasBevor dann der kleine Lalla Takeroust-Stausee - einer von 130 Wasserspendern von Marokko – zum Tagesabschluss erreicht wird, führt Mohamed in seinem kleinen, einfachen Berberrestaurant „Dar D’ Ali“ auf dem Kik-Plateau in der Gemeinde Aguerguour mit grandiosem Weitblick die hohe Kunst der Tee-Zeremonie vor. Dabei zieht er seine Hand, mit der er den Tee aus der Kanne ins Glas ausgießt, blitzschnell bis weit über seinen Kopf. Dabei geht kein Tropfen des köstlichen Getränkes verloren. Hier hat man das Gefühl, als dominiere noch Tradition vor Hightech. Oder man wünscht es sich jedenfalls.

Gerd Krauskopf

 

Marokko, Marrakesch

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