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Tansania

Tansania: Unterwegs im Garten Eden

Tansania Wo die Faszination von Afrikas Natur hautnah spürbar wird. Da geht es zu Tierbeobachtungen in den Ngorongoro-Krater am Rande der Serengeti und zu Löwinnen, die im Lake-Manyara-Nationalpark in Bäumen abhängen.

Von Uwe Junker

Ungestüm prescht der junge Löwe davon.

Zuerst mitten hinein in eine Herde von Zebras, die sich von seinem wilden Gehabe ebenso wenig beeindrucken lassen wie die in unmittelbarer Nähe weidenden Gnus, die er als nächste ansteuert.Tansania

Sechs Löwinnen hat er an einem Wasserloch zurück gelassen, wo die in der Sonne dösen. Nur eine erhebt sich träge, hat offenbar Interesse, das Treiben zu verfolgen. „Wahrscheinlich die Mutter“, mutmaßt Leonard, unser Guide, mit dem wir heute im Ngorongoro-Krater unterwegs sind. „Die will ihren Zögling im Auge behalten. Der hat alleine keine Chance, den Zebras oder Gnus gefährlich zu werden. Und die wissen genau, dass die am Wasserloch ruhenden Löwinnen satt sind. So satt, dass sie sie eine ganze Weile nicht fürchten müssen. Vollgefressene Löwen faulenzen oft eine ganze Woche, bevor sie wieder jagen“, erklärt Leo.

Früh am Morgen sind wir an diesem Morgen von der Acacia Farm Lodge bei Karatu aufgebrochen. In der Nacht hatte es geregnet, die Sonne kämpft sich gerade durch die letzten Wolken, als wir am Aussichtspunkt mit dem Denkmal für Vater Bernhard  und Sohn Michel TansaniaGrzimek anhalten. Die Beiden leisteten Pionierarbeit für Erforschung und  Naturschutz des Ngorongoro-Kraters und der Serengeti. Bei Dreharbeiten für den später mit einem Oscar prämierten Film „Die Serengeti darf nicht sterben“ verunglückte der noch junge Michael im Jahr 1959 tödlich, als ein Geier in den Propeller seines einmotorigen Flugzeugs geriet. Nur wenige Schritte führen vom Denkmal zum Kraterrand, von dem sich uns ein spektakulärer Blick in die riesige Kraterschüssel bietet. „Wir sind hier auf  2300 Meter Höhe, der Kraterboden liegt auf 1700“. Leonard kann mit seinen geübten Augen die großen Tierherden erkennen, die wir von hier oben nur schemenhaft ausmachen können:  Gnus, Zebras und Wasserbüffel. „Bis zu 30000 Tiere leben im Krater, nur keine Giraffen und Impalas. Die scheuen den steilen Abstieg in den Krater oder die hier wachsenden Gräser sind nicht ihr Geschmack“, weiß er. Wenig später sind wir mitten unter ihnen in diesem vulkanischen Amphitheater, das scheinbar zu ihren Ehren erschaffen wurde: Hunderte von Flamingos färben die Ufer des Lake Makadi in der Ferne rosa, Tansaniasehr nah kommen wir an Gnus, Zebras, Löwen, Warzenschweine, Springböcke und Wasserbüffel heran. Zwei Elenantilopen schauen wir eine ganze Weile bei Revierkampf zu, entdecken dabei einen Falken der uns und das Geschehen vom aus der Luft scharf beäugt. TansaniaÖfter kreuzen Elefantenbullen einsam unsere Wege. Bei den Gorigor Swamps im Süden rasten wir,  öffnen unsere Lunchpakete und müssen kurz darauf unsere Sandwiches gegen dreiste Schwarzmilane verteidigen. Die stürzen unvermittelt und von uns unbemerkt vom nun wolkenlosen Himmel herab, um ein Stück Toast zu ergattern. Wir waren abgelenkt: Denn die Tansaniasumpfigen Wasser vor unseren Augen sind voller Flusspferde, die immer wieder laut prustend auftauchen, um mit ihren rötlich geränderten Augen die Umgebung zu mustern. Wir fahren weiter durch die jetzt in der Trockenzeit bräunlich-goldenen Grassavannen des Kraters, mit denen die Riesentrappen, Strauße und Kronenkraniche farblich fast verschmelzen. Doch TansaniaLeonard erspäht sie alle für uns – auch die selten bei Tage zu sehende Servalkatze, die an unserem Safarijeep vorbei huscht, während wir im Lerai Forest gerade grünen Meerkatzen bei ihren Turnübungen in den Bäumen über uns zuschauen. Wenig später hält unser Guide mit hoher Geschwindigkeit auf eine Staubwolke in der Ferne zu, als deren Verursacher sich schließlich miteinander spielende  junge Spitzmaulnashörner zu erkennen geben, aufmerksam beobachtet von zwei mächtigen Muttertieren. Was für ein Tag in Ostafrikas Wildnis!Tansania

Bei unserer Rückkehr empfängt uns das freundliche Team der Acacia Farm Lodge mit einem erfrischenden Fruchtcocktail. Abends sitzen wir am offenen Feuer, umgeben von zeitloser Stille, aus der sich manchmal Vogelgesang erhebt. Unsere Blicke schweifen von hier oben über die Karatu Farmlands mit ihren Kaffeeplantagen hin zu den Wäldern des Ngorongoro bis die Sonne untergeht.      

Sie wärmt noch nicht, als wir am nächsten Tag früh zum Lake-Manyara-Nationalpark aufbrechen. Dessen namensgebender See wird von zahlreichen Wasserfällen gespeist, die von der bis zu 800 Meter hohen Wand des Ostafrikanischen Grabenbruchs hinab stürzen. Und dieser Wasserreichtum garantiert Biodiversität einer dichten Vegetation ebenso wie Tierreichtum auf kleinstem Raum: Von den mehr als 400 Vogelarten, die hier leben, bekommen Tansaniawir an diesem Tag Pelikane, Seiden- und Silberreiher , afrikanische Löffler und Störche, Nilgänse und Nashornvögel zu Gesicht. Große Familien frecher Paviane sind allgegenwärtig, wir begegnen Giraffen, Büffeln, Impalas. Sind überrascht wie flink die doch so schwerfällig wirkenden Flusspferde aus den Hippo-Pools im Norden des Parks steigen, um sich ihre Mägen Tansaniamit Ufergras zu füllen. Beobachten eine Parade von Elefantenmüttern mit ihren Jungen, die in einem der vielen Bäche des Parks mit einer Familienwäsche endet. Und kurz vor Einbruch der Abenddämmerung entdecken die nimmermüden Augen unseres Guides Leonard noch ein Highlight dieses an Naturimpressionen schon so reichen Tages: Drei Löwinnen hängen auf Tansaniaeinem Baum ab, lassen nicht nur ihre Seele baumeln, sondern vor allem ihre Extremitäten links und rechts mächtiger Stämme, auf denen Kopf und Körper bequem gebettet scheinen. „Diese Baumlöwen sind eine Besonderheit im Lake-Manyara-Nationalpark“, erklärt uns Leo. „Denn oben im Baum sind sie geschützt vor den lästigen Insekten im dichten Gras oder angriffslustigen Büffeln“.

Am Abend heißt es Abschied nehmen von Leonard, der uns in den vergangenen Tagen für die Naturwunder in diesem  Garten Eden Ostafrikas nachhaltig begeistern konnte. Wir genießen noch eine Weile Ruhe, Naturnähe und Gastfreundschaft der Acacia Lodge. Hier ist jenes „Jenseits-von-Afrika-Flair“ noch allgegenwärtig, nachdem die Seele des lärm- und reizüberfluteten Mitteleuropäers sich doch in unseren Zeiten so sehnt. Tipp für perfekte Erholung darum: Handy nur im Notfall einschalten.

 

 

Weitere Informationen:      

Flugverbindungen:                                            

 z. B. mit Condor von Frankfurt nach Arusha –Kilimanjaro

Safari:

z. B. buchbar bei Thomas Cook als dreitägige „Karibu-Tansania-Safari“, www.thomascook.de

Übernachtung:

z. B. in der Acacia Farm Lodge Karatu, von der die Schutzgebiete bzw. Nationalparks Ngorongoro, Serengeti, Tarangire und Lake Manyra sehr gut als Tagestouren angefahren werden können, www.karatuacacialodge.com

        

              

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