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Kuba mit der MS Hamburg

Kuba ahoi: Karibische Träume

Kuba 

Weiße Strände, frische Kokosnüsse mit Rum, koloniale Städte und Regenwälder mit Wasserfällen. Eine Woche die größte Insel der Großen Antillen mit der MS Hamburg erkunden bietet jeden Tag unvergessliche Abenteuer

 

Von Gerd Krauskopf

 

Der kleine zehnjährige Chicco hat Tränen in den Augen. Wie gerne würde er jetzt einfach hier in Havanna an Bord der MS Hamburg gehen. Leben doch viele seiner Verwandten im nahe gelegenen Miami. Und dort will er unbedingt hin. Was für ihn aber unerreichbar ist. Dass das Kubablütenweiße Kreuzfahrtschiff Kuba erkundet, weiß Chicco nicht, er will nur weg. Hat doch fast ein halbes Jahr lang schon kein Kreuzfahrtschiff hier anlegen können. „Und das ist“, sagt der kleine Steppke, „der benachbarte mächtige Präsident Trump, schuld.“ Er will Kuba in die Knie zwingen. Kein amerikanisches Schiff darf auf Kuba anlegen, wenn es in Amerika jemals wieder einlaufen möchte.

 

Und während in der warmen Abendsonne die MS Hamburg in noch ungewohnter Geräuschkulisse langsam aus dem Hafen herausgleitet, sehe ich von Deck 6 die kleinen, winkenden Ärmchen von Chicco. Es ist 18 Uhr. In der Altstadt Havannas — dem Kronjuwel der spanischen Kolonialstädte in der Karibik — gehen jetzt langsam die Lichter an. Noch leuchtet auf der anderen Hafenseite im letzten Sonnenlicht die Christusstatue hoch oben über Havannas KubaHafenbucht. Über den Dächern sticht die frisch renovierte goldene Kuppel des Capitolio heraus, die anlässlich der 500-Jahrfeier in diesem Jahr mit finanzieller Hilfe Russlands im rotglühenden Sonnenball erstrahlt. Auf der hinteren Hafenseite liegt wenig später in der Dunkelheit die Festung El Morro, die den Hafen einst schützte. Dafür ist der Malecón, die berühmte Uferpromenade Havannas, hell erleuchtet und zeugt von regem Fahrzeugverkehr.

 

Meine Eindrücke von der Erkundungstour mit einem E-Bike durch die altehrwürdige Hafenstadt sind noch frisch. Dabei habe ich mich einer kleinen Gruppe angeschlossen, die Jens Schöne sicher durch das historische Herz der Stadt geführt hat. Und Jens, der aus Chemnitz kommend Kubaseit gut acht Jahren hier lebt, kennt seine Wahlheimatstadt bestens. Eine Altstadt, die man jahrzehntelang dem Verfall überließ. Was aus heutiger Sicht durchaus ein Segen war, denn so entging Havanna dem teils überzogenen Restaurierungswahn, dem andere koloniale Schätze der Karibik anheim fielen. Dafür investierte die Castro-Regierung nach der Revolution vor allem in die ländlichen Gebiete. Erst seit 1982 die koloniale Altstadt Havannas von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt wurde, wurde im großen Stil restauriert. Und während viele Gäste unseres Schiffes mit wunderschönen zitronengelben, knallroten, himmelblauen oder Kubapinkfarbenen offenen amerikanischen Straßenkreuzern über Prachtboulevards chauffiert werden, cruisen wir mit unseren Elektrorädern durch engste Gassen. Aber dort — vor halb verfallenen Kolonialbauten mit marodem Charme — pulsiert das wahre Leben. Und wir werden mit offenen Armen empfangen. Besonders beeindruckend: das Künstlerviertel Collejón de Hámel, wo die Rolling Stones einst nach ihrem Auftritt in der Ciudad Deportiva de la Habanne vor über 500.000 Zuhörern „abgestürzt“ sind.

 

Der erste Morgen an Bord beschert den 300 Gästen einen wunderschönen Sonnenaufgang. Die MS Hamburg hat im äußersten Westen Kubas den Canarreos-Archipel in einer Nachtfahrt erreicht. Hier, am zweitlängsten Korallenriff der Welt, werden zertifizierte Tauch- und KubaSchnorcheltouren angeboten. Ich hingegen mache es mir am weißen, feinpudrigen Sandstrand aus reinem Korallenstaub, der nie heiß wird, erst mal bequem. Genieße frische Kokosnüsse mit Rum und plätschere im 29 Grad warmen Wasser. Ich freue mich darauf, das auf der Insel Cayo Largo am nächsten Tag zu wiederholen.

 

Jeden Tag muss ich eine Entscheidung treffen, welchen Landausflug ich bevorzuge. Im Angebot stehen heute die Städte Cienfuegos und Trinidad und eine kleine Wanderung zu versteckt liegenden Wasserfällen im Regenwald der majestätischen Sierra del Escambray zur Auswahl. Schnell ist im Hafen von Cienfuegos der Landgang von den dreihundert Gästen des kleinsten deutschen Kreuzfahrtschiffes erledigt. Da ich mich für den Regenwald entschieden Kubahabe, steige ich nicht — wie die meisten Gäste — in einen klimatisierten Reisebus, sondern auf die Pritsche eines uralten russischen LKWs. Den haben die Kubaner 1985 aus Angola mitgebracht, wo er im dortigen Krieg eingesetzt war. Auf einer einfachen Bestuhlung und mit Sonnendach geschützt sowie einem aufgesprühten Konterfei von Che Guevara, geht es luftig aus der Stadt hinaus. In kleinen Dörfern werden wir oft aufgehalten von Pferdefuhrwerken. Weiter geht es vorbei an mit Königspalmen gesprenkeltem Weideland, wo die Menschen Vieh züchten, Obst und Gemüse in eigenen Gärten anbauen. Nach gut einer Fahrstunde geht es hinauf in die KubaSierra del Escambray.  Der erst neulich eingebaute chinesische Motor muss ordentlich arbeiten. Dabei waren diese Bergwälder Schauplatz für einige der grausamsten Schlachten der kubanischen Geschichte. Revolutionstreue Kämpfer trieben die „Bandidos“ — wie sie die Anti-Castro-Guerilla nannten, die durch die Revolution alles verloren hatten — immer tiefer in die Berge hinein. Bis die Konterrevolutionäre 1966 endgültig besiegt waren.

 

Während ich viel Zeit habe, darüber nachzudenken, windet sich die asphaltierte Straße durch eine spektakuläre Landschaft. Nach jeder Kurve eröffnet sich ein neuer traumhafter Ausblick über üppige tropische Vegetation, während hoch über uns Aasgeier kreisen. Dann, nach gut zweistündiger luftiger Fahrt und gut durchgerüttelt auf manch miserablem Straßenabschnitt im dichten Regenwald, unser Ziel: die Wasserfälle El Nicho. Jetzt heißt es in angenehmem Klima KubaBadehose nehmen und Handtuch schultern und über einen Trampelpfad hinaufsteigen. Mich erwartet eine große „Freiluftbadewanne“, in der mir einfach nur der Mojito fehlt, um das kubanische Lebensgefühl perfekt zu machen. Und hier im angenehm kühlen und klaren Bergwasserbecken unter dem Urwald-Blätterdach lasse ich die Tage in Santiago de Cuba – dem Herz der Revolution – Revue passieren. Da höre ich noch im Geiste das Hallen der KubaSoldatenstiefel, die auf dem Friedhof Santa Ifigenia beim Wachwechsel im Stechschritt am Mausoleum des Nationalhelden José Marti und vorbei an der Grabstelle von Fidel Castro marschiert sind. Aber auch an eine unglaubliche, zufällige Begegnung mit Alejandro Almenares, dem Giganten der kubanischen Musik. Den alten Herrn trafen wir in der hintersten Bar im berühmtesten Gesangshaus Santiagos, der "Casa de la Trova", die den Buena Vista Social KubaClub weltberühmt gemacht hat. Für uns griff dieser warmherzige Mann dann zu seiner Gitarre und spielte die Lieder seines Album "Dos Gigantes De La Musica Cubana", das er mit Eliardes Ochoa, dem letzten noch Lebenden des Buena Vista Social Club, im Jahr 2018 produziert hat. Und dann werde ich urplötzlich von fröhlich planschenden Kindern an diesem magischen Ort aus meinen Tagträumen heraus gerissen. Einem Ort, an dem Wellness für die Seele definitiv mit im Angebot ist.

 

Weitere Informationen:

 

KubaDie Reederei Plantours Kreuzfahrten für Hochsee- und Flussreisen führt u.a. mit dem Hochseekreuzfahrtschiff MS Hamburg (bis zu 400 Gäste an Bord) den 11 tägigen Klassiker "Rund um Kuba" vom 03.11. bis 11.11.2020 und vom 12.11. bis 22.11.2020 (Montego Bay, Jamaika – Kuba intensiv – Montego Bay, Jamaika) zu einem Preis ab 2249 Euro durch. Kostenlose Hotline unter Tel. 040/79769098, www.plantours-kreuzfahrten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KubaEinreise: Urlauber benötigen außer einem noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass ein Visum in Form einer persönlichen Touristenkarte (etwa 25 Euro). Wer über einen Veranstalter bucht, der erhält diese vom Reiseveranstalte

 

Reisende müssen einen Auslandskrankenversicherungs-Nachweis vorlegen können. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KubaBeste Reisezeit: In den Monaten zwischen November und April fallen die wenigsten Niederschläge und die Temperaturen liegen bei angenehmen 25 Grad Celsius. Von Mai bis Oktober regnet es häufiger, die Temperaturen steigen auf mehr als 30 Grad Celsius. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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