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Südsteiermark

Sulmtal-Sausal: Auf Genussspur im hügeligen Weinland  Südsteiermark

Südsteiermark, Slumtal-sausal Von kernigen Hügeln, Europas höchstgelegenem Weindorf, malerischen Lavendelfeldern, ausgezeichnetem Steirischen Kürbiskernöl und strammen Hendln für gekrönte Häupter

Von Gerd Krauskopf

Droben am Stoariegl, wie die Südsteirer ihre Bergspitze in Kitzeck hoch über Sulmtal-Sausal nennen, ist es gleich neben der weithin sichtbaren römisch-katholischen Pfarrkirche "Schmerzhafte Maria" passiert. Dreimal. Gleich dreimal ist Willi Hack in seiner Raiffeisenbank überfallen worden.

Und nach dem letzten Bankraub hat man Willi Hack mit 57 Jahren in Pension geschickt. Heute führt er ein anderes Leben. "Jetzt", so strahlen seine Augen, "werde ich täglich überfallen. Aber von netten Gästen." Denn seit seiner Pensionierung führt er mit seiner Frau Sissi den gut Südsteiermark, Sulmtal-Sausalgehenden Buschenschank "Warga-Hack" in Kitzeck, dem höchstgelegenen Weindorf Europas. Sohn Rainer baut mit seiner Frau Jasmin auf allersteilstem Schiefergestein Biowein an. Dabei dürfen bei diesem zertifizierten Biowinzerpaar zwischen den Rebstöcken Blumen sprießen und das Gras hoch und wild wachsen. So summen in seinem Bioreich Bienen und Vögel nisten inmitten der Weinstöcke.

Auf einem der nächste Hügelrücken, dem "Goarsriegl" - wie ihn die Einheimischen hier am südlichsten Zipfel Österreichs zwischen Alpen und ungarischer Puszta nennen, hat eine taffe Frau viel Mut bewiesen. Theresia Heigl baut auf drei Hektar Ackerland Lavendel an. Fragt man sie, warum sie gerade so eine exotische Pflanze hier kultiviert, so lacht sie: "Mein Mann und ich Südsteiermark, Submal-Sausalsaßen eines Morgens am Frühstückstisch. Er las die Zeitung und ich sagte, dass ich mir mal gerne in der Provence die Lavendelfelder ansehen wollte. Daraufhin antwortete er, ich solle mir doch einfach selber Lavendelfelder anlegen." Und das hat sie dann auch gemacht. Dabei hat sie schon viel Lehrgeld mit ihrer exotischen Idee bezahlen müssen. Heute trocknet sie jedes Jahr 400 Kilogramm Biolavendelblüten und destilliert daraus Öl und Sirup für ihren kleinen Hofladen und einige Hotels vor Ort.

Über blühende Bergwiesen, begleitet von Vogelgezwitscher, geht es an einem der nächsten sonnendurchfluteten Tage mit Susanne Niebler vom Hallstattzeitlichen Museum in Großklein auf den Burgstallkogel hinauf. An einem grandiosen Ausblick erzählt sie, dass hier in der Hallstattzeit – der vorrömischen Eisenzeit – ein Fürst gelebt und auf sein Volk hinab geschaut Südsteiermark, Sulmtal-Sausalhaben muss. Und so hat man hier ein paar Hütten nachgebaut. Nicht weit davon entfernt wurden in der Hügelgräbergruppe "Kaiserschneiderwald" 700 Gräber und vier Fürstengräber gefunden. Dabei weiß man jetzt, dass es ein sehr trinkfreudiges Volk war, wobei die Fürsten aus Bronzeeimern Wein und das einfache Volk Bier aus Tonkrügen getrunken haben. Im Südsteiermark, Sulmtal-Sausalromantischen Schloss Ottersbach, an dem die Wanderung an diesem Tag endet, ging es dagegen im 17. Jahrhundert schon weit zivilisierter zu. Das jedenfalls behauptet Schlossbesitzer Christian Abel bei einer Schlossführung. Heute hat sich das herrschaftliche Gemäuer mit standesamtlichen Trauungen in der hauseigenen Kapelle auf Hochzeitsfeiern spezialisiert und ist bereits bis Anfang des nächsten Jahres ausgebucht.

Dann geht’s ins Reich der "Ölbarone" zu Thomas Hartlieb. Gut besucht ist seine Kürbiskernmühle mit kleinem Museum tief unten im Tal in Heimschuh. Dort zeigt er anschaulich, wie aus den kleinen, schalenlosen grünen Kürbiskernen in früheren Zeiten mühsam das gesunde Steirische Kürbiskernöl gewonnen wurde. "Erst nach dem Zeiten Weltkrieg", so erzählt Südsteiermark, Sulmtal-Sausalder engagierte Müller, "wurde es überhaupt in den Handel gebracht." Und dann führt er seine Besucher in eine blitzblanke, chromblitzende Halle. So ist Thomas Hartlieb einer von 42 Müllern in der Region, die von 2000 Bauern mit insgesamt 30 000 Hektar Anbaufläche die Kürbiskerne geliefert bekommen und sie mit Fingerspitzengefühl veredeln. Heute ist ihr Steirisches Kürbiskernöl von der EU geschützt und wird weltweit verkauft. Dabei wandert das Kürbisfleisch zurück auf die Äcker und wird dort untergepflügt.

Ein Federvieh, das nur auf dem Sulmtaler Acker lebt, ist ein stattliches Huhn. Gertrude Strohmaier züchtet mit ihrer Familie jenes historische Geflügel, das zum bevorzugten Südsteiermark, Sulmtal-SausalHühnerschmaus nur auf kaiserlichen Tafeln zu finden war. Später fielen sie dem Vergessen anheim und gewöhnlichem Gegacker zum Opfer. "Dieses Biohuhn", erzählt die stolze Züchterin, "braucht sechsmal so lange zum Wachsen wie ihre einfachen Artgenossen". Daher taugt es Südsteiermark, Sulmtal-Sausalnicht als allgegenwärtiges Backhendl in den zahlreichen Gasthäusern. Denn das feste, aromatische Fleisch ist zu muskulös, um einfach nur frittiert zu werden. Dagegen wird das langsam geschmorte Brathuhn auf Kartoffeln in Sulmtaler Qualität zu einem sonntäglichen Gaumenschmaus.

Ein weiterer Leckerbissen sind am Abschiedsabend die frisch gefangenen Forellen in dem Buschenschank Wölfl in Großklein, die in riesigen Pfannen auf einem uralten, mit Holz Südsteiermark, Sulmtal-Sausalbefeuerten mächtigen Ofen zubereitet werden. Dass in einer Buschenschank überhaupt warme Speisen zubereitet werden dürfen, verdankt die Wirtin Marianne Schilcher einer Ausnahmegenehmigung. Und die führt zurück auf ihr bunt gemischtes Publikum von der Putzfrau bis hin zum hoch geachteten Richter. Und während die Gäste nach leckerem Essen Südsteiermark, Sulmtal-Sausalam späten Abend ihren Wein genießen, spielt spontan die "Südsteirische Bratlmusi" mit launisch fetziger Steirischer Volksmusik auf und alle hocken in dem alten Gemäuer aus dem 17. Jahrhundert gemütlich eng beieinander und wippen begeistert im Takt mit.

Gourmet-Empfehlung der Redaktion:

Heinz Harkamp, der Küchenchef des Weingartenhotel Harkamp, hat Kochen bei den Stars der Haute Cuisine gelernt und geht neue Wege in seiner Küche.Südsteiermark, Sulmtal-Sausal

Weingartenhotel Harkamp, Flamberg 46, A-8505 St. Nikolai im Sausal, Tel. 0043 3185 2280,www.harkamp.at/

Der kreative Landwirt Seppi Fischer erzeugt naturnahe Käseprodukte und lädt am 4. Juni 2016 zum großen Hoffest. Dabei sorgt er für musikalische Unterhaltung und kulinarische Gaumenfreuden auf seinem Hof.Südsteiermark, Sulmtal-Sausal

Käserei Fischer, Neurath 19, A-8442 Kitzeck im Sausal, Tel. 0043/3456 3465, www.fischer-kaese.at/

 

Weitere Informationen:Südsteiermark, Sulmtal-Sausal

Tourismusverband Sulmtal Sausal – Weinland.Südsteiermark, A-8442 Kitzeck im Sausal, Steinriegel 15, Tel. 0043/3456/3500, www.sulmtal-sausal.at

 
Buschenschank "Warga-Hack", A-8442 Kitzeck, Gauitsch 20, tel. 0043/3456/2282, www.warga-hack.at                  

Lavendelfelder in der Steiermark, A-8442 Kitzeck, Greith 17, Tel. 0043/664/8128836, www.wunsum.com                 

Hallstattzeitliches Museum Großklein, A- 8452 Großklein, Grossklein 9, Tel.  0043/664/2714414, www.grossklein.gv.at/Museum                            

Schloss Ottersbach, A-8452 Großklein, Mantrach 20, Tel. 0043/664/3356659, www.schloss-ottersbach.at/          

Ölmühle Hartlieb, A-8451 Heimschuh, Wellingtalstraße 107, Tel. 0043/3452/82551, www.hartlieb.at                     

Sulmtaler Kaiserhuhn, A-8444 St. Andrä i./S., Fantsch 17, Tel. 0043/664/4314686, www.sulmtaler.at                   

Buschenschank Wölfl, A-8452 Großklein, Oberfahrenbach 49, Tel. 0043/3456/2629, www.buschenschankguide.at/woelfl 

Unterkunft zum Beispiel Weinhof Kappel, A-8442 Kitzeck, Steinriegel 25, Tel. 0043/3456/2347, www.wein-wellness-hotel.atSüdsteiermark, Sulmtal-Sausal

 

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