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Südafrika, Phinda Naturschutzgebiet

 

Südafrika: Die Rückkehr der Nashörner

 Südafrika

 

Wo früher Ananas wuchsen und Vieh gezüchtet wurde, erstreckt sich heute das private Phinda Naturschutzgebiet. Ranger kümmern sich um die Sicherheit der wieder angesiedelten Nashörner und zeigen Urlaubern viel mehr als die „Big Five“

 

Von Gerd Krauskopf

 

Tracker Zwana, der Fährtenleser, signalisiert Ranger Gus am Steuer mit seiner rechten Hand, dass er seinen Wagen stoppen möge. Wir, die kleine sechsköpfige Reisegruppe, sitzen Südafrikamucksmäuschenstill in dem offenen Geländewagen in der Wildnis des Phinda Naturschutzgebietes im südöstlichen Teil Südafrikas weit unterhalb des „Kruger Nationalparks“. Dabei sind wir erstaunt darüber, dass Zwana gerade Spuren von Löwen im Sand gesehen hat, die nur einige Stunden alt sind. Um jedoch die Löwenspuren genauer untersuchen zu können, steigt er von seinem Beobachtungssitz über der Südafrikavorderen linken Motorhaube hinunter und Gus schwingt sich aus dem Wagen heraus und gesellt sich zu ihm. Ihr gemeinsames Urteil: die Löwen müssen hier in der Nähe sein. Das alles signalisiert uns, dass sich beide blind aufeinander verlassen können. Jetzt setzt sich Zwana nicht mehr auf seinen Beobachtungssitz, sondern zu Gus vorne in den Wagen. Und das hat seinen Grund, denn die Wildtiere sehen den Wagen und uns als eine Einheit an. „Aufstehen“, so flüstert Gus, „ist lebensgefährlich, da die Einheit damit unterbrochen wird.“ Vorsichtshalber ist Gus bewaffnet. Sein Gewehr, so versichert uns der professionelle Ranger, hat er noch nie einsetzen müssen. Denn das A und O bei solch einer Aktivität ist der Respekt gegenüber der Natur und ihren Bewohnern.

 

Tatsächlich hält das Löwenbrüderpaar eine Verdauungs-Siesta nur ein paar hundert Meter weiter mitten auf unserem Weg. Lange bleiben wir regungslos sitzen und halten mit unseren Fotoapparaten die beiden Löwen, die zu den begehrtesten Wildtieren auf einer Safari gehören, Südafrikafest. Unglaublich, dass wir bereits auf unserer ersten Pirschfahrt einen der „Big Five“ – bestehend aus Löwe, Nashorn, Leopard, Büffel und Elefant – so nah zu Gesicht bekommen. Da diese Landraubtiere gute zwanzig Stunden am Tag schlafen, legt Gus irgendwann den Rückwärtsgang ein, wendet den Wagen und wir setzen unsere Fahrt fort. 

 

Nur ein paar Kilometer weiter der nächste Halt. Hier teilen sich Elefanten, Giraffen, Zebras und Antilopen aller Größen friedlich eine Grasfläche. Bei allen Tieren ist das immense Wissen von Ranger Gus eine echte Bereicherung für uns. Spurensucher Zwana erzählt, dass er hier Südafrikaaufgewachsen ist und das gesamte „Phinda Private Game Reserve“ wie seine Westentasche kennt. Dabei war das heutige Wildreservat früher in mehrere Ananas- und Viehzuchtfarmen aufgeteilt. In einer davon hat er als Kind das Vieh gehütet und ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten. So lernte er bereits als kleiner Junge, die Wildnis zu lesen, zu verstehen und zu respektieren. 

 

Im Jahr 1991 verkauften die Farmbesitzer damals ihre 13000 Hektar, was „andBeyond“ bis heute auf 28500 Hektar – 285 Quadratkilometer – im KwaZulu-Nationalpark vergrößert hat. „andBeyond“ ist ein Betreiber luxuriöser und ausgesprochen stilvoller Safari-Unterkünfte in Südafrikabesten Lagen in verschiedenen Ländern Afrikas und Südamerikas. Das Unternehmen investiert sehr stark in nachhaltigen Tourismus, was sich in dem Schutz wertvoller Naturräume niederschlägt. Damit nahm die „Rückkehr in die Wildnis“ ihren Anfang. Um die Tierwelt seinerzeit zu vervollständigen, wurden unter anderem alle Big Five wieder hier angesiedelt. 

 

In dieser Zeit hat Zwana hier im privaten Park als Spurensucher nach Wilderern angefangen. Was ein riesiges Problem im gesamten Südafrika war. In den letzten zehn Jahren wurden in diesem Land 9000 Nashörner von Wilderern getötet. Noch heute fallen täglich 2 bis 3 dieser mächtig behäbigen Tiere, die sich von Ästen und Blättern ernähren, Wilderern wegen ihres begehrten Horns zum Opfer. In unserem Park, so berichtet Simon Naylor, der für Südafrika von „andBeyond“ zuständig ist, schneiden wir unseren Nashörnern das begehrte Horn regelmäßig Südafrikaalle 18 Monate ab. Da es in dieser Zeit – wie bei unseren Fingernägeln – wieder nachgewachsen ist. Damit schützen wir die seltenen Tiere vor möglichen Wilderern, die das begehrte Horn hauptsächlich nach China und Vietnam verkaufen. Dort haben die 3 bis 5 Kilogramm schweren Hörner einen Marktwert von 100.000 Dollar pro Kilogramm. Durch diese Schutzmaßnahmen und konsequente Nachzucht ist der Bestand wieder sehr langsam angewachsen. Insgesamt sorgen 60 schwer bewaffnete Personen und acht Spezialeinheiten – ausgerüstet mit schusssicheren Westen, Hunden, Motorrädern und Helikopter – für Sicherheit hier im Park.

 

Immer wieder geraten wir bei unseren morgendlichen und nachmittäglichen Ausfahrten in ehrfürchtiges Staunen. In magischen Momenten halten wir sprichwörtlich unwillkürlich die Luft an, weil wir glauben, die Tiere mit unserem lauten Atmen zu stören. Wie bei den beiden Geparden, die wieder einmal von Zwana und Gus im Teamwork friedlich dösend im Schatten Südafrikaeines Baumes zum Streicheln nah entdeckt werden. Sie kümmern sich nicht weiter um uns, da sie sich von uns nicht bedrängt fühlen. Wie die Krokodile und Flusspferde bei unserer letzten Fahrt im Sonnenuntergang.  Kommt man diesen schweren Fluss- oder Nilpferden – hier „Hippos“ genannt – in Feucht- und Sumpfgebieten zu nahe, beißen die recht aggressiven Tiere alles gnadenlos zu Tode. Das beweist ihr riesiges Maul, das sie ab und an zum Fürchten aufreißen und man ihnen dann von Weitem bis tief in den Rachen mit den gewaltigen Zähnen schauen kann. 

 

Ohne Leoparden-Begegnung – der letzten der Big Five für uns – verlassen wir das Phinda Naturschutzgebiet mit einem letzten Blick aus unserer lieb gewonnenen Lodge auf dem Gipfel Südfrankreicheiner üppigen Buschlandschaft mit Panoramablick auf die Lebombo-Berge. Zwana und Gus nehmen wir zum Abschied noch einmal kräftig in den Arm. Wohl wissend, dass wir diese gewonnenen Eindrücke dieses Teamworks nie vergessen werden.

 

Weitere Informationen:

Flüge: Unter anderem fliegen Emirates Airline, Lufthansa, Qatar Airways, Eurowings, British Airways, Air France und South African Airllinesvon Deutschland nach Durban.Preisbeispiel: Emirates von Frankfurt über Dubai ab 543,17 Euro pro Strecke.

 

Südafrika

 
Reiseveranstalter: Luxury Dreams bietet 2 Nächte im Hotel Beverly Hills ab ca. 300 Euro pro Person im Standard Zimmer inkl. Frühstück an. 3 Nächte andBeyond Phinda Mountain Lodge (www.andbeyond.com), buchbar ab ca 1.509 EUR pro Person in einer Suite mit Vollpension. Ein 5 Nächte Paket (2 Nächte im Beverly Hills und 3 Nächte andBeyond Phinda Mountain Lodge) inkl. Transfers ab 1.958 EUR pro Person. Perfekt geeignet zur Kombination mit weiteren Lodges und einem individuellen Programm in Südafrika. Diese und weitere Hotels und Lodges sowie individuelle Reisen nach Südafrika, Botswana, Mosambik, Namibia etc. mit oder ohne Flug bietet Luxury Dreams an, www.luxurydreams.de
, Tel. 030/21965690Südafrika

 

Privat-Transfers zwischen Durban und andBeyond Phinda Mountain Lodge ab 299 Euro für 2 Personen für Hin- und Rückfahrt.

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