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Brügge

 

Brügge bezaubert mit mittelalterlichem Charme

 

Belgien, Brügge

Hier gerät der Kunstliebhaber ins Schwärmen.

Brügge hat so ziemlich alles, was man mit Kultur in Verbindung bringt: eine Burg, zahlreiche denkmalgeschützte Häuser, eine stattliche Anzahl von Museen und vieles mehr. Norbert Krauss hat sich in der einstigen Kulturhauptstadt Europas umgesehen. 



Belgien, Brügge

Die Hufe der Pferde klappern über das Kopfsteinpflaster. Die Insassen der Kutsche werden ordentlich durchgerüttelt, während der Kutscher mal nach links, mal nach rechts weist und die Sehenswürdigkeiten von Brügge erklärt. Die Stadt im belgischen Flandern ist anlässlich ihrer Wahl zur Kulturhauptstadt Europas im Jahre 2002 herausgeputzt worden. Überall glänzt es an den Fassaden der öffentlichen Gebäude golden – Brügge, deren Altstadt zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, ist immer eine Reise wert. 
Die Pracht verdankt die Stadt ihrem Hafen im Mittelalter. Damals war Brügge die Drehscheibe zwischen den nordeuropäischen Hansestädten und den Metropolen Südeuropas. Dann versandete der Zugang zur Nordsee, und die Stadt fiel in einen Dornröschenschlaf. Erst im 19. Jahrhundert lebte Brügge dank des neuen Hafens Zeebrugge wieder auf. 
Die schönen alten Backsteinhäuser an den Grachten verleihen Brügge bis heute seinen Charme. Belgiens ältestes Rathaus zeugt vom Reichtum der Stadt. Die filigrane Fassade schmücken drei Türmchen und unzählige Figuren. Links neben dem gotischen Stadthuis steht das „Brügger Freiamt“ mit geschweiften Giebeln, dessen größte Kostbarkeit ein marmorner Kamin mit einem kunstvoll geschnitzten Aufsatz ist. 



Belgien, Brügge

In der romanisch-gotischen Heilig-Bloedbasiliek (Heiligblutbasilika), dem ältesten Bauwerk der Stadt, wird eine Reliquie verehrt, in der sich ein Tropfen Christi Blut befinden soll. Die gotische Onze-Lieve-Vrouwekerk (Liebfrauenkirche) besitzt wertvolle Kunstschätze: Prunkstück ist die liebliche „Madonna mit Kind“ von Michelangelo. Daneben gibt es auch Grabmalereien aus dem 13. Jahrhundert und die Gräber von Maria von Burgund und Karl dem Kühnen zu sehen. 
Am Flüsschen Dijver entlang befinden sich gleich mehrere Museen. Das Groeninge-Museum enthält eine bedeutende Sammlung von Werken flämischer Meister wie die „Madonna des Joris van der Paele“ von Jan van Eyck und „Das jüngste Gericht“ von Hieronymus Bosch. Dort sind Beispiele aus sechs Jahrhunderten belgischer Malerei zu bestaunen. Das Gruuthuse-Museum für Angewandte Kunst im ehemaligen Palais der Familie van Gruuthuse vermittelt einen Einblick, wie eine wohlhabende Familie bis zum 19. Jahrhundert lebte. Ausgestellt sind Keramik, Möbel und Silberarbeiten. Das Brangwynmuseum schließlich zeigt Arbeiten aus Nadel- und Klöppelspitze.

Belgien, BrüggeIm Sint-Jansspitaal ist das Memlingmuseum untergebracht mit sechs Gemälden von Hans Memling, darunter der „Ursulaschrein“ mit seinen Miniaturen. Ansonsten werden dort eine Sammlung von medizingeschichtlichen Exponaten und eine Apotheke aus dem 17. Jahrhundert gezeigt. 
Die zahlreichen Plätze, Brücken, Gassen und Straßencafés laden zum Flanieren ein. Die Steenstraat und die Zuidzandstraat sind die meistbesuchten Einkaufsstraßen. Frühmorgens ist fast niemand unterwegs, dann kann man in aller Ruhe die prachtvollen alten Hausgiebel bewundern. 



Belgien, BrüggeBrügges Aushängeschild ist der Groote Markt mit seinen bunt bemalten Häusern, die viele Cafés und Restaurants beherbergen. Hier warten die Droschken auf Gäste, hier nehmen die Touristen Erinnerungsfotos vor der beeindruckenden Kulisse auf. Auf der anderen Seite erhebt sich der 88 Meter hohe Belfried, ein Turm aus flandrischer Zeit, der den Marktplatz beherrscht. Er krönt die Lakenhalle, das einstige Handelszentrum der in der Region hergestellten Tuche. Zum berühmten Uhrwerk führen 366 Stufen hinauf. Von der Aussichtsplattform am Glockenspiel bietet sich ein herrlicher Blick. 



Brügge, Belgien

Drei Mal im Jahr herrscht auf dem Platz t'Zand sowie in den umliegenden Straßen und auf dem dahinter befindlichen Park reges Treiben, wenn auf dem Antikmarkt Händler aus der näheren und weiteren Umgebung ihre Waren anbieten. Bereits um 7 Uhr geht es los. Noch während die Stände aufgebaut werden, sind die ersten Interessenten zur Stelle und feilschen um die Preise der Gegenstände, die sie erstehen wollen. Bekleidung, Eisenwaren, Geschirr, Gläser, Möbel, Puppen, Schallplatten, Skulpturen, Spielwaren – eine wahre Fundgrube mit allem, was das Herz begehrt. 



Belgien, Brügge

Die Altstadt wird von einem Kanal eingerahmt, an dem entlang vier Windmühlen in einem Grünstreifen stehen. Nicht weit davon ist die Kruispoort, das älteste Stadttor von 1402 mit den beiden mächtigen Rundtürmen und einer von vier Zugängen zur Stadt. Der 1245 gegründete Begijnhof ten Wijngaarde bezaubert mit weiß getünchten Häuschen, einem baumbestandenen Zentrum und einem kleinen, informativen Museum über das Leben der Beginen. Heute leben und beten hier Benediktinerinnen. Im Frühjahr blühen im Garten Tausende von Narzissen, und zu jeder Zeit ist die Ruhe einfach himmlisch. 
Kultur macht hungrig. Brügge verfügt über eine ganze Anzahl hervorragender Restaurants. Wer es einfacher mag, kann sich an einer Imbissbude mit Wurst und Pommes frites oder süßen Waffeln eindecken. Dazu trinken die Einheimischen gerne ein süßes Kirschbier; schließlich ist Belgien auch das Land der Biere. Die Belgier beanspruchen für sich, die besten Pommes der Welt zuzubereiten. Sogar ein Museum haben sie ihnen gewidmet. Dort werden die Ursprünge der Kartoffel in Peru sowie die belgische Erfindung der Fritten und ihr Siegeszug dokumentiert.Belgien, Brügge 

Die stimmungsvolle Umgebung von Brügge ist ideal für Fahrradtouren durch die Polderlandschaft. Die Hafenstadt Zeebrugge lockt mit frisch gefangenem Fisch. Brügges Vorposten am Meer ist zugleich Container- und Fährhafen. 
Nach Damme kann man entweder mit dem Rad am Kanal entlang oder mit dem Raddampfer auf dem Brügge-Damme-Kanal fahren. Das anmutige gotische Rathaus mit Türmchen, Treppenloggia und Figurenschmuck wurde 1468 errichtet. In der mittelalterlichen Stadt treffen Interessierte zahlreiche Antiquariate und Buchläden vor. Jeden zweiten Sonntag im Monat findet ein Büchermarkt auf dem Marktplatz statt. Der Schriftsteller Charles de Coster ließ seine Geschichte von Till Eulenspiegel in Damme spielen. 
Auf der Fahrt zum „weißen Dorf“ Lissewege ist schon von Weitem der Backsteinturm der Liebfrauenkirche sichtbar. In der Kirche finden zuweilen auch Konzerte mit klassischer Musik statt. Von dem ehemaligen Zisterzienserkloster Ter Doest ist noch die Zehntscheuer aus dem 13. Jahrhundert erhalten, ein seltenes Beispiel gotischer Profanarchitektur. Wenn die weiß getünchten Häuser mit ihren roten Ziegeldächern in der Abendsonne leuchten, ist die Idylle perfekt.

Norbert Krauss




 

Infos:


 

Informationen: 



In & Uit Brugge, t'Zand (Concertgebouw), Tel. 0032/50/ 44 86 86, www.inenuitbrugge.be. Tourismus Flandern-Brüssel, Cäcilienstraße 46, 50667 Köln, Tel. 02 21/270 97 70, www.flandern.com 



Anreise: 



Mit dem Flugzeug von diversen deutschen Flughäfen nach Brüssel; von dort Weiterreise mit der Bahn. 
Mit dem Zug von Deutschland über Brüssel nach Brügge. 
Mit dem Auto auf Autobahnen meist über Brüssel.



Belgien, Brügge

Unterkunft: 



NH Brügge, www.nh-hotels.de

Novotel Brugge Centrum, www.accorhotels.com

Hotel Navarra, hotelnavarra.com



Restaurants: 



Breydel De Coninc, www.breydeldeconinc.be

De Vlaamsche Pot, www.devlaamschepot.be

Park Restaurant, www.parkrestaurant.be

 Bootstouren:

Von fünf Anlegestellen starten von März bis November zwischen 10 und 18 Uhr 30-minütige Bootsfahrten auf den Grachten.



Veranstaltungen:

Der Antikmarkt auf dem t'Zand findet in den Sommermonaten statt – 2015 am 5. Juli, 9. August und am 27. September. 

Reiseführer: 

Polyglott on tour Flandern, Marco Polo Flandern.

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