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Wangen am Bodensee

 Bodensee:

Zu Garten-Rendezvous an den Untersee

Bodensee

 Ungläubiges Staunen bei der Suche aus den Busfenstern nach dem kleinsten Bauerngarten Deutschlands.

Bodensee, Schloss ArenenbergDabei haben alle Businsassen noch in Ermatingen den riesigen Landschaftspark von Schloss Arenenberg drüben auf der Schweizer Seite in Erinnerung. Den schon Königin Hortense, die Mutter von Napoleon III. – dem letzten Kaiser der Franzosen – anlegen ließ. Dort haben sie von lauschigen Gartensitzplätzen die Blütenpracht und die Weitsicht über den Untersee des Bodensee, Otto-Dix-HausBodensees genau so genossen wie in Gaienhofen-Hemmenhofen die gartenkünstlerischen Strömungen im Haus von Otto Dix.

Wie dann hier auf deutscher Seite in Wangen in unmittelbarer Seenähe alle aus dem Bus gestiegen sind, werden sie herzlich von der Bildhauerin Vera Floetemeyer-Löbe begrüßt, die vor ihrer Scheune und dem kleinen Atelier gesessen hat. Sie lädt mit freundlichen Worten zu einem Blick über den Lattenzaun in ihren kleinen Bauerngarten ein, denn hier passen tatsächlich nicht alle Besucher hinein.

Bodensee, WangenDort drinnen erzählt sie gestenreich von ihrem langgehegten Wunschtraum, während sie gerade mal auf einer geteerten Fläche von einer guten Zimmergröße steht.

„Hier“, und dabei zeigt sie auf ihre Pflanzbeete, die sie mit ihrem Mann, der feinste Holzboote nach alten Vorbildern restauriert und baut, „haben mein Mann und ich mit Fußbodendielen Pflanzbeete gebaut, in denen wir mit Pferdedung und Blumenerde diverse Gemüse und allerlei Kräuter züchten. Und zur Bewässerung dient ein altes Regenfass. Jetzt recken ihr zur Zeit die ersten Ringelblumen ihren Blütenkopf entgegen. Tomaten, Erbsen und Salate sprießen bereits.

Dabei bietet das „Bootsstüble“, das  Familie Floetemeyer betreibt, hier in Wangen auf der Halbinsel Höri Kleinkunst, Theater und organisierte Bootstouren.

Bodensee, WangenWie dann alle in den Innenhof des früheren Bauernhofes geführt werden, da zeigt die vor Ideen sprühende Künstlerin ihre neueste Idee: Einen himmelblauen, hübsch eingerichteten Zirkuswagen, in dem Urlauber kuschelig ihren Urlaub verbringen können. Nur eine Ecke weiter warten Emil und Anton, die beiden zutraulichen Ziegen darauf, ohne Leine ausgeführt zu werden.

Und dann geht’s hinauf in die riesige Scheune, in der seit vielen Jahren ein vielfältiges Kultur- und Ausstellungsprogramm Gäste aus Nah und Fern nach Wangen an den Untersee lockt. Ganz besonders stolz ist sie auf das jährliche Weihnachtsspiel, das in großem Umfang regelmäßig aufgeführt wird. „Da sitzen die Gäste auf Strohballen in Wolldecken, wobei die eigenen Wärmflaschen für Behaglichkeit sorgen, denn wir bieten in dieser unbeheizten Scheune eine authentische Athmosphäre, in der die Gäste mit den Hirten mitfrieren dürfen,“ kommt es enthusiastisch aus ihrem Mund. Die Künstler treten ohne Gage auf, eine Milchkanne macht am Ende ihre Runde. Wie sie dann von dem mächtigen Mongolengrill schwärmt, bei dem mit Maurerkellen gegrillt wird, da hat sie das Interesse vieler ihrer neuen Gäste geweckt.

Bodensee, WangenWieder unten angekommen, öffnet Vera Floetemayer-Löbe - die ihre Ausbildung zur Bildhauerin bei Rudolf Kaesbach am Emmerson College in England absolvierte - ihr kleines Atelier in einem alten Kuhstall.

Dort erzählt sie voller Stolz, dass der Name Kaesbach hier auf der Höri eine ganz besondere Rolle spielte. War es doch der Historiker Walter Kaesbach, der Großvater von Rudolf Kaesbach, der in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur viele „entartete Künstler“ – darunter Otto Dix - hier auf der Höri an der Grenze zur Schweiz um sich versammelte. So hätten sie bei Gefahr im Verzug mit einem Ruderboot die Schweizer Seite erreichen können. Und dieser Hort der „emigrierten Moderne“ inmitten dieser lieblich bäuerlichen Landschaft hat seine Anziehungskraft für Künstler bis heute behalten.

Wie Vera Floetemeyer-Löbe dann zum Abschluss Inmitten von Futtergängen des alten Kuhstalls ihre neuesten Werke mit Begeisterung präsentiert, da erzählt sie, dass auch interessierte Urlauber für eine Gebühr von fünf Euro pro Stunde unter ihrer Anleitung in ihrem Atelier arbeiten können. Und dann lacht sie und zeigt auf die Striemen unter der niedrigen Decke, die doch von den Kuhschwänzen von damals stammen, aus der Zeit, als sich die „entarteten Höri-Künstler“ nur einen Steinwurf weit von hier in Wangen regelmäßig getroffen haben.

Gerd Krauskopf

 

Weitere Informationen:

Bootsstüble Wangen,

Seeweg 13,

78337 Wangen,

Tel. +49 7735 440662

www.bootsstueble-wangen.de

 

und kostenlose Broschüren:

Tourismus Untersee e.V.,

Im Kohlgarten 2,

D-78343 Gaienhofen,

Tel. +49 (0)7735 91 90 55,

Fax +49 (0)7735 91 90 56,

www.tourismus-untersee.eu.

 

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