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Ein Tag in Turku

So wird ein Tag in Turku unvergesslich

Finnland, Turku

Und der beginnt auf Vorschlag der Stadtführerin Birgit auf dem Hügel Unikankare mit seinem dominanten, weithin sichtbaren Dom am Fuße des still dahin fließenden Flusses Aurajoki.

Dabei geht seine Geschichte auf das 13. Jahrhundert zurück, als sich Turku zur ersten Stadt in Finnland unter der Herrschaft von Schweden entwickelte. Und diesemächtigen Mauern der evangelisch-lutherischen Kirche – dem Heiligtum Finnlands – machten besonders im 18. Jahrhundert während des Dreißigjährigen Krieges von sich reden. Zu dieser Zeit gehörte Finnland zu Russland, da es sich immer im Vakuum zwischen Schweden und Russland befand. Und zu dieser Zeit gab es eine Einheit von Finnischen Kämpfern, deren Schlachtruf "Hakka päälle" – hau drauf, gewesen war. Worauf man ihnen passenderweise den Namen Hakkapeliten gegeben hat. "Diese Helden aus dem Dreißigjährigen Krieg," sagt die deutsche Stadtführerin Finnland, TurkuBirgit, "sind hier auf dem Hügel Unikankare – dem Entschlafenenhügel –  begraben. Und mit ihnen Bischöfe, Kriegsherren und über 4500 Bürger in den heute verschlossenen Katakomben unter dem Dom von Turku. Beim Verlassen fällt das originale Taufbecken noch ins Blickfeld. "Hier wurden früher die Kinder noch ganz ins Becken eingetaucht. Die Jungen zuerst, dann die Mädchen", schmunzelt die Stadtführerin. "Warum, das wissen wir auch. Wenn im Wasser Bakterien waren, dann war es nicht so schlimm, wenn die Mädchen gestorben sind. Willkommen im Land der Gleichberechtigung", lacht Birgit.

Finnland, TurkuEin Muss an diesem sonnigen Morgen ist dann auch ein Spaziergang hinunter vom Entschlafenenhügel zum Fluss Aurajoki, der in dieser südwestfinnischen Landschaft Varsinais-Suomi in die Ostsee mit weit über 20 000 großen und kleinen Inseln – dem weitläufigsten

Finnland, Turku Schärenmeer Europas – mündet. Und mindestens eine dieser idyllisch grünen Eilande sollte man sich auch bei einem Besuchertag in Turku nicht entgehen lassen. So besteigt dann auch die kleine Dreier-Touristengruppe mit Birgit einen Kleinbus und fährt zur naheliegenden Insel Ruissalo. Jedoch gibt es bereits nach kurzer Fahrstrecke noch im Stadtgebiet einen kleinen Stopp an der Fähre "Föri". Und mit dieser über 100 Jahre alten Fähre – dem Liebling der Finnland, TurkuTurkuer – geht es dann mittels eines Stahlseils mal kurz auf die andere Seite des Aurajoki-Flusses. Dabei erfahren die neugierigen Gäste, dass durch den Protest der Bürger der Bau einer Autobrücke an dieser Stelle verhindert worden ist.

Weiter geht die Fahrt mit einem kurzen Blick aus dem Busfenster an der Burg zu Turku vorbei, deren Geschichte bis ins Jahr 1280 zurück reicht. Auch wenn es ein absolutes Muss ist, diesen Finnland, Turkuhöfischen Palast zu besuchen, so hat sich die Gruppe ob des traumhaften Spätherbsttages bei diesem kurzen Tagesbesuch für die Insel Ruissalo mit ihrem Herbstfarbenrausch entschieden. Zumal dieses Inselrevier den Burgherren zu Turku als Jagdinsel diente.

Über eine Brücke gelangt der Bus auf die Insel Ruissalo und fährt dort in die Roggenbucht, in der früher viel Roggen angebaut wurde. Es ist eine Insel mit einem in ganz Finnland einmaligen Finnland, Turku, Insel RuissaloEichenbestand, die als Naherholungsgebiet mit einem großen Spazier- und Radwegenetz gut angenommen wird. Da fallen die  wunderschönen Sommervillen auf, in denen bereits Finnland, Turkuin früheren Zeiten viele Familien bis zu zwei Monate ihre Sommerfrische verbracht haben. Dabei sind die Herren mit Dampfschiffen nach den Wochenenden zur Arbeit gefahren, während die Damen mit ihren Kindern und dem Personal die Sommerfrische genossen haben. Finnland, TurkuNoch heute sind diese Holzvillen im Zuckerbäckerstil mit ihren wunderschönen kleinen Scheiben, seinerzeit von einem italienischen Stararchitekten entworfen, inmitten des herbstlich blühenden Waldes eine Augenweide.

Auf der Rückfahrt dann die Information, dass 1827 ein riesiges Feuer fast die ganze Stadt Turku zerstört hat. Genau zu dieser Zeit waren viele Väter und Söhne auf dem weit entfernten Pferdemarkt in Tampere oder Stockholm. Dabei ging an jenem heißen Julitag das Feuer von einer Bäckerei aus, in der eine Laterne umgefallen war. Ein Funkenflug wurde ausgelöst, wodurch die umliegenden Holzhäuser in Brand gesetzt wurden. Und in kürzester Zeit stand der Finnland, Turkugrößte Teil der Häuser in Turku in Flammen. Der Stadtteil Luostarinmäki auf dem Klosterhügel unweit des Auraflusses jedoch, der im Windschatten des Flammenmeeres lag, blieb somit für die Nachwelt im Originalzustand erhalten und ist heute ein lebendiges Kunsthandwerksmuseum. 

Wie sich der Tag dann langsam dem Ende zu neigt, da ist ein Besuch der Markthalle von Turku obligatorisch. In diesem Haus von 1896, das inmitten des Stadtzentrums in der Nähe des Finnland, TurkuHansaviertels liegt, kann noch heute in nostalgischer Atmosphäre wunderbar eingekauft werden. Da bieten rund 50 Händler ihre vielfältigsten Produkte an. So zum Beispiel auch ganz frischen Fisch aus den Schären, der gerade angeliefert wurde. Bei einem kleinen Lachshäppchen par excellence erfahren die Besucher von Wolfsrudeln, die vierzig Kilometer von Turku entfernt gesichtet wurden. "Es gibt jetzt große Diskussionen, ob man diese Tiere abschießen soll. Aber die Naturschützer sind total dagegen", erzählt Birgit. "Und es gibt jetzt schon Eltern, die ihre Kinder mit dem Taxi in die Schule schicken, da sie vor diesen  wilden Tieren Angst haben, denn sie reißen Ponys, Pferde und sogar riesige Elche", ergänzt sie.

Finnland, TurkuMit finnischer Gemütlichkeit wird dann der Tag mit einem köstlichen Menü in einem der traditionellen Restaurants beendet. Dazu gehört natürlich wieder fangfrischer Fisch aus den heimischen Schären. Wie sollte es auch anders sein.

Gerd Krauskopf

 

Weitere Informationen:

Visit Turku, Fremdenverkehrsberatung, Aurakatu 2,  Turku, Telefon: +358 (0)2 262 7444, www.visitturku.fi, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Gut gewohnt habe ich im Sokos Hotel Hamburger Börs in Turku

Finnland, Turku

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